Samstag, 17. Januar 2004
Offener Brief
Guten Morgen, Lampi,

erst einmal vielen Dank für Deine netten Kommentare! Hat mich sehr gefreut.

Natürlich hast Du recht, daß Bewegung im Leben sein muß. Du hast aber auch ein wenig von dem mitbekommen, was die letzten Wochen bei mir los war. Es gibt einige, die nach außen in ihren Tagebüchern viele Weisheiten zitieren, die sich auf das Miteinander von Menschen beziehen, darauf, den anderen zu akzeptieren, zu versuchen, ihn zu verstehen, Dinge zu hinterfragen usw. usw. Sie diskutieren über Kommentare in anderen Tagebüchern von noch verständnisvolleren, noch erfahreneren psychologischen Blendern und erfreuen sich an Ihren wundervollen Lebenseinstellungen.

Wird das alles im Ernstfall auf die Probe gestellt, bricht es zusammen wie ein Kartenhaus und die Enttäuschung ist um so größer. Ich werde es nicht akzeptieren, aufgrund von indizien oder Eventualitäten fallengelassen zu werden wie eine heiße Kartoffel - ohne die Möglichkeit zu bekommen, Dinge selber zu erklären. Das hat mich traurig und wütend gemacht, weil ich gefühlsmäßig stark beteiligt war. Ich habe mehrfach Gespräche angeboten, was aber nicht gewünscht war, "weil es doch nichts bringt".

Deshalb habe ich meinen inneren Schreibtisch zusammen mit meinen Schreibtisch im Büro aufgeräumt. Dinge, die abgeschlossen sind oder an denen nichts mehr zu tun ist, habe ich jetzt abgeheftet und in den Schrank gestellt. Vor mir auf dem Tisch liegen nur noch die aktuellen Vorgänge, an denen ich arbeite und die mir wichtig sind. Es tut mir gut, diese aktuelle Struktur geschaffen und meine Festplatte aufgeräumt zu haben, um zu sehen, wo ich im Moment stehe.

Jetzt kann wieder Bewegung in die Sache kommen.

Ich wußte am Anfang nicht, ob ich dieses Log führen wollte. Ich denke jetzt, ich werde hier schreiben und ich sehe, daß sich die See schon wieder ein wenig kräuselt.

Lampi, ich grüße Dich, bis dann,

Fochur

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